Kritiken
''Ebenso quirlig perlenden wie bisweilen mächtig aufrumpferten Ton und einer wie selbstverständlichen völlig unaufdringlichen Virtuosität.''
Thomas Trappmann
''Mi-Joo Lee's playing of the op. 35 set is shot through with concentration and energy (...)
magnificently structured and full of fire.''
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Pianistically, we live in happy times. Outstanding pianists abound in almost depressing profusion, and
Mi-Joo Lee is emphatically one of them.
On grounds of the playing alone, this would be a highly recommendable disc, and the high quality of the
recorded sound is a further and welcome bonus. But it's of particular interest for giving us the original
scherzo and two extra variations of the F minor Sonata (itself, undeservedly, the least known of Schumann's three). Still less familiar are the two sets of Paganini studies. On grounds of playing and repertoire alike then, this is a disc that every Schumann lover should
bear. On both large and small scale, Lee has a commanding grasp of structure, which only occasionally
(as in the second scherzo, and the varied theme of Clara Wieck) leads her into a degree of metric emphasis which comes uncomfortably close to rhetorical stodge. Her sound, even at its most powerful, is unfailingly beautiful and rounded, her elucidation of texture is impeccable, and her phrasing generally exemplary. There are quite
a number of famous pianists who seldom if ever play as weil as this. An altogether welcome addition to a hardly over-crowded catalogue.
Jeremy Siepmann
BBC Music Magazine, August 2000
''Ihr geschmeidiger wie auch eleganter und virtuoser Zugriff prägte die Darbietung.
Den Künstlern gelang eine fabelhafte und nuancierte Wiedergabe.''
Mathias Nofze
''Pianistin mit energischen Zugriff.''
Ihrem plötzlichen, energischen Zugriff entsprach das Orchester mit Sonorer, in etwa auch auf Tschaikowsky vorausweisender Melodik. Um so wirkungsvoller formulierte die Solistin nun das Thema, beim Zusammengehen konnte sie sich auf das einfühlsame, wo nötig zurückhaltende Orchester verlassen. So folgten der reich verzierten 1. Variationen eine schnelle zweite und eine dritte (Sempre sostenuto). Bei letzterer wechselte das Thema von der linken Hand zur rechten. Mit virtuoser Bravour gestaltete die Pianistin bei der 4. Änderung den Disput beider Hände, Teil des lyrischen wie dann dramatischen, Hin und Her zwischen dem Verführer Don Giovanni und der endlich einwilligenden Zerlina. Das Spiel gipfelte in No.5, wo die Solistin buchstäblich beide Hände voll zu tun hatte bei komplizierten Manövern. Dem leidenschaftlichen Gehalt der Arie entsprach sie etwa auch mit flüchtigen Passagen. Paukenwirbel setzten Akzente, die Klangfarben der Orchestergruppen mischten sich mit den perlenden Läufen, betörend hell in den oberen Lagen. Die letzte Variation schien die Stimmung eines Nocturne des späteren Chopin vorwegzunehmen. wie dieser Mozarts anmutige Arie in ein früh-romantisches Variationsmodell übertrug, war als Geniestreich zu erleben. Die Pianistin wurde gefeiert.
Arno Preiger
Münchner Merkur, 19.12.2002
''Mi-Joo Lee has received justified plaudits for her previous recordings of Schumann and Saint-Saëns on the MDG Label, and fans will have plenty of entertain them with this Mendelssohn CD.
Technically flawless and very sensitively performed in the chamber music style, and there are few enough recordings of this repertoire around to make this a very welcome top-flight addition to the catalogue.''
Dominy Clements
MusicWeb International
Als Koreanerin in der Welt der abendländischen Musik Fuß zu fassen, ist nicht leicht. Mi-Joo Lee ist eine der wenigen jungen Pianistinnen, die auf dem steilen Weg „nach oben" sind: Klavierabende in Berlins Philharmonie, Recitals in ganz Europa, in Japan und den USA, zahlreiche Preise und Auszeichnungen pflastern den steilen Weg in die charts der klassischen Klaviermusik. Mit dieser Debut-CD meistert Mi-Joo Lee mühelos die 18 vertrackten
pianistischen Denksportaufgaben des geistvollen
Romantikers Camille Saint-Saens.
DABRINGHAUS UND GRIMM AUDIOVISION
Everything in this Mendelssohn collection shines with the utmost musicality. The disc is exquisitely recorded, and the instrument is a warm-toned 1901 Steinway (the sound is grand and noble; bass attack is less sharp than on a modern instrument). Mi-Joo Lee's playing of the Op. 35 set is shot through with concentration and energy. The famous E minor piece emerges as a hefty statement and Lee captures the mood of each prelude and fugue to perfection - try the tranquillo fugue to No 2, or the easy flow of the A flat major Prelude (No 3). If the Midsummer Night's Dream Overture suffers in four-hand reduction, one still delights in the expert articulation of these pianists, who still somehow conjure up an aura of magic. The Variations Op 83a are given a sterling performance, serious of intent and gripping in its virtuosity. Finally, the
Op 92 Allegro assai vivace (with Andante introduction) is magnificently structured and full of fire. Glorious. cc
M e n d e l s s o h n : Music for Piano for Two and Four Hands: Six Preludes and Fugues Op. 35. Overture to A Midsummer Night's Dream. Andante con variazioni Op 83a. Andante and Allegro assai vivace Op 92a.
Mi-Joo Lee, Klaus Hellwig (pf)
Dabringhaus und Grimm Scene MDG 904
1653-6 (hybrid SACD), 75 minutes
March/April 2011 International Piano
Überragende Aufnahme koreanischer Pianistin...prachtvoll klingende, farbige und extrovertierte
Musik...Ihr Saint-Saëns rauscht in vollendet natürlicher Diktion wie in einer Klangwolke vorüber.
Die beträchtlichen spieltechnischen Anforderungen werden in flüssigen Tempi und biegsamer
Gewandtheit bewältigt.
Camille Saint-Saëns: Etüden Op. 52 und 111
"Album pour Piano", Op. 72
Dabringhaus und Grimm, MDG 04 0590-2
Ingo Harden
Frankfurter Allgemeinen Zeitung
This is well-balanced playing, bright, forward, tonally refined, and full of solid impulse. I'd be
perfectly happy to hear more of Saint-Saëns solo piano music in Lee's vigorous, outgoing
manner of performance, and in MDG's solid and finely detailed recording...
Camille Saint-Saëns: Etüden Op. 52 und 111
"Album pour Piano", Op. 72
Dabringhaus und Grimm, MDG 04 0590-2
John Weiser
Fanfare (USA)
Here is a young pianist destined to occupy the top of the classical piano-charts.
Camille Saint-Saëns: Etüden Op. 52 und 111
"Album pour Piano", Op. 72
Dabringhaus und Grimm, MDG 04 0590-2
ACP (USA)
The young Korean pianist Mi-Joo Lee plays this material superbly with elegance of style,
sensitivity to its musical content, and taking all its virtuosic demands in stride. The piano sound
may be the most life-like I have ever heard. An enjoyable disc.
Camille Saint-Saëns: Etüden Op. 52 und 111
"Album pour Piano", Op. 72
Dabringhaus und Grimm, MDG 04 0590-2
Morin
American Record Guide
Apparition de ces œuvres pour piano de Saint-Saëns dans une interprétation virtuose et
brillante...L'exécution note à note est exemplaire et parfois même époustouflante.
Camille Saint-Saëns: Etüden Op. 52 und 111
"Album pour Piano", Op. 72
Dabringhaus und Grimm, MDG 04 0590-2
Olivier-Georges Moglia
Repertoire (Frankreich)
Ta s t e n z a u b e r
Konzert a m Staatstheater Darmstadt
Mi-Joo Lee spielte das vierte Beethoven-Konzert auf klare, prägnante, abgezirkelte Weise, m i t kernigem,
bisweilen zur Härte neigendem Anschlag. Erstaunlich war, welche Energien die zierliche Pianistin dabei entfesselte. Jede Note wurde emstgenommen, jede Vorschrift exakt befolgt, jeder Akzent sorgsam gesetzt. Mi-Joo Lee bezog ihr Spiel eng aufs Orchester, immer wieder suchte sie den Kontakt mit Hans Drewanz, dem Dirigenten. Sehr zielstrebig waren die Steigerungen aufgebaut, in der Durchführung ersten Satzes etwa, in der großen, von Beethoven stammenden Kadenz und in der Coda des Finalsatzes. Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung dieser noch sehr jungen Pianistin.
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Funken bei den Zugaben
Klavierabend Mi-Joo Lee
Stärkere persönliche Aussagekraft, der eine abgestuftere Klanggestaltung entsprach, entwickelte die Pianistin, die während ihrer Laufbahn mehrere internationale Preise erhielt und seit Anfang des Jahres in Berlin lebt, in der Humoreske B-Dur Opus 20 von Robert
Schumann. Ihr ein wenig nüchterner, im Forte recht barter, jedoch immer klarer und deutlicher Anschlag wechselte hier mit Tönen von poetisch berührender Innerlichkeit.
Berlin
Mi-Joo Lee ends her program very brilliantly with
Schumann's Humoreske Op. 20: she recreatesall the facets o f its humor, all the incessant metamorphoses, all the shadings dominated by the tender figure of Eusebius. Agitation, abandon, fear, hope, nothing is missing! (Brussels)
Mi-Joo Lee beendete ihr Programm sehr brillant mit Schumanns Humoreske Op. 20: sie ließ vor uns alle Varianten von Humor erstehen, all die ständigen Metamorphosen, alle Abschattierungen der zarten Figur des Eusebius. Erregung, Hingabe, Furcht, Hoffnung, nichts fehlt!
Brüssel
Pianistische Kultur
Mi-Joo Lee begeisterte im Rathausfestsaal
Enormes technisches Können stellt sich in ihrem Vortrag an die Seite einer intuitiven Begabung, klanglich subtil
und in nuancenreicher Vielfalt zu differenzieren ihre Interpretationen sind wohldurchgedacht und zielbewußt aufgebaut. Überdies neigt die Pianistin nicht dazu, um jeden Preis Effekte zu erzielen, sie ist im Gegenteil bedacht, ausdruckssteigernde Mittel relativ sparsam einzusetzen, dalur dann aber umso wirkungsvoller.
Besonders deutlich wurde dies in der an erster Stelle auf dem Programm stehenden Sonate KV 281 in B-Dur Die herbe Linearitat des 1 Satzes wurde flüssig erarbeitet ohne das leicht pomphafte Element des Allegro zu vermindern. Unter behutsamer Verwendung des Pedals erstellte die Solistin klar und sicher die Rationalität des
formalen Aufbaus. Nach der weichen und eindringlichen Wiedergabe des Andante amorosa ging die Pianistin im Rondo erstmals über ihre bis dahin geübte Zurückhaltung heraus mit meisterhafter Technik und souveränem Überblick steigerte sie den gehaltvollen Satz zum rauschhaften Schluß.
Die der „Kreisteriana", op. 16, innewohnende „Gretchenfrage" beantwortete die Interpretin mit glanzvollem, in jeder Hinsicht überzeugendem Spiel.
Das streckenweise recht forcierte Tempo verstand sich für den Hörer wie von selbst, die eigentliche Leistung aber lag im verbluffend komplexen Verständnis der breiten
Skala widersprüchlichster romantischer Empfindung. Extreme Gegensätze des Werkes, wie zum Beispiel der Kontrast der lyrischen 2 Phantasie zur gespenstischen 8, ließen aufgrund der gedanklich in sich geschlossenen
Interpretation ein hohes Maß an Reife erkennen.
In den drei Stücken der „Images I" (Debussy) bot sich
Mi-Joo Lee die Gelegenheit, virtuoses Spiel zugleich
mil impressionistischem Abstraktions-vermögen zu demonstrieren, die Retrospektive der Sarabande in ''Hommage à Rameau'' kam vorzüglich zum Ausdruck.
Andante spianato und ''Grande Polonaise brillante" Es-Dur (op. 22, Chopin) gerieten in ihrer figurativen Fülle sehr eigenwillig expressiv, die auf Dynamik angelegte, fast ''maskuline'' Auffassung Lees erteilte dem Hörer das Recht, bisweilen an Rubinsteinsches Chopin-Verständnis zu denken. Um nichts weniger aber war die mitreißende Geschlossenheit der Darbietung zu registrieren.
Gekonnt war die Wiedergabe der großen Coda: In ihr vermißte man nicht die ursprüngliche Orchesterbegleitung.
Der beeindruckende Abend endete mit Ovationen und Bravo-Rufen, das Publikum mußte lange bitten, bis sich
die bescheidene Künstlerin zur Zugabe entschloß.
UDO RICHARD REUTER
Münster
Mi-Joo Lee begeistert mit Technik und Temperament
Frenetischer Beifall für die Pianistin bei Thürmer
Der 6. Preis im 'Concours International Reine Elisabeth' in Brüssel 1987 verschaffte der Pianistin Mi-Joo Lee eine Einladung zum Bochumer Klavier-Sommer.
Die Koreanerin spreite am Montag mit Ravels ''Gaspard de la Nuit" und den vier Balladen von Chopin berühmte und außerordentlich anspruchsvolle Werke im Thürmer-Saal. Mi-Joo Lee überzeugte sowohl technisch als auch musikalisch voll und ganz, so daß dieses 31. Konzert als ein Klavierabend der Spitzenklasse bezeichnet werden kann.
Am Anfang stand die Sonate Es-Dur Hob. XVI/49 von
Haydn. Mi-Joo Lee interpretierte das Werk mit konsequenter Phrasierung und recht viel Temperament. So stellten sich die Ecksätze quirlig. und durchsichtig dar, das Andante e cantabile besaß warme und große Ruhe.
'Gaspard de la Nuit' von Ravel ist wohl eines der schwierigsten Werke, die je für Klavier geschrieben wurden. Mi-Joo Lee bewältigte die enormen technischen Anforderungen mühelos und vermochte noch dazu, die drei Stücke überzeugend zu gestalten. Unglaublich leise und regelmäßige Triller am Beginn von 'Ondine' und ein mit tragendem Klang und überlegter Dynamik dargestelltes 'Le Gibet' wurden von dem explosiven, auch im äußersten Fortissimo immer woh klingenden 'Scarbo' gekrönt. Mi-Joo Lee stellte mit dieser Interpretation ihre enormen künstlerischen Fähigkeiten optimal dar.
Nach der Pause spielte die Pianistin die Balladen op. 23, op. 38, op. 47 und op. 52 von Chopin. Die technisch makellose und musikalisch jederzeit fesselnde Interpretation ließ jede der vier Balladen zu einem Hörerlebnis besonderer Art werden. Mi-Joo Lee hatte sich den großen Beifall am Ende mehr als verdient.
ANETTE HÜLS
Bochum